Nächstes Männervesper: Dienstag, 22. Oktober 2019

Ist der Ehrliche der Dumme?

Referent: Wolfgang Lehrke, ehem. Leiter des Polizeireviers Oberndorf, ehrenamtl. aktiv in der Kirchengemeinde Vöhringen

Dienstag, 22. Oktober um 19:00 Uhr im Gemeindehaus Pfeffingen, Gutenbergstraße

_______________________________________________________________________

Jeder Mensch kann etwas dafür tun, dass die Welt besser wird - Männervesper: David gegen Goliath

Gut besucht war das 19. Männervesper am 26. März im Pfeffinger Gemeindehaus. Das Thema war vielversprechend und der angekündigte Referent versprach, kompetent zu sein.

„David gegen Goliath – Kleinbauern und Indigene im Konflikt mit Großkonzernen“, lautete das Thema, worüber Pfarrer Gregson Erasmus aus Stuttgart sprach. Er kam 2017 nach Deutschland und ist noch bis zum kommenden Jahr Mitarbeiter beim Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung der evangelischen Landeskirche in Württemberg. Der Referent wurde in Südafrika geboren, hat dort evangelische Theologie studiert und war Gemeindepfarrer in Port Elisabeth.

Er berichtete von den Anfängen der evangelischen Kirche in Südafrika durch Herrnhuter Missionare. Von den derzeit 56 ½ Millionen Einwohnern seien 81 Prozent Schwarze, neun Prozent Farbige, acht Prozent Weiße und zwei Prozent indischer oder asiatischer Herkunft. In seinem kurzen geschichtlichen Rückblick zeigte er auf, dass im Apartheitssystem eine kleine weiße Minderheit 90 Prozent des Ackerlandes besessen haben. Doch auch 25 Jahre nach dem Ende der Apartheit sei die Schere zwischen Reich und Arm groß, die Arbeitslosigkeit mit etwa 35 Prozent hoch.

Dann berichtete er am Beispiel der Rooibospflanze, dass Großkonzerne wie etwa Nestlé sich Patente sichern wollen über traditionelles Wissen und genetische Ressourcen und dabei das hierfür geltende südafrikanische Recht missachteten und zu umgehen versuchten. Die etwa eineinhalb Meter hohe Rooibospflanze findet in Medizin, als Tee und Kosmetika Verwendung. Diese Pflanze ist für die Eingeborenen von großer Bedeutung. Am Profit orientierte Nahrungsmittelkonzerne nehmen darauf keine Rücksicht. Als Erfolg wertet es Pfarrer Gregson Erasmus, dass in einem Rechtsstreit die Indigenen zwei Mal eine Entschädigung erhalten haben. Auch seien in den vergangenen Jahren die Kontakte und Verteilwege der Eingeborenen zur Vermarktung besser geworden.

Kleine Organisationen sollten unterstützt werden. Als Fazit des Abends kann gelten: „Jeder Mensch kann etwas dafür tun, dass die Welt etwas besser wird.“ Pfarrer Gregson Erasmus verdeutlichte seinen Vortrag mit Dias.

Der Männergesangverein Pfeffingen trat mit mehreren Liedbeiträgen in Erscheinung. Das Vesper – Wurst- bzw. Käsesalat – war wieder sehr gut. Nach dem gemeinsamen Schlusslied der Besucher des Männervespers und des Gesangvereines „Möge die Straße uns zusammenführen“ blieben noch zahlreiche Männer ins Gespräch vertieft zurück. Das Gehörte hat bestimmt anhaltende Eindrücke hinterlassen.

Walter Rominger